Brander Schach Online Nr. 1

Brander Schach Online Nr. 1


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Inhalt:


Wiederaufstieg der 1. Mannschaft in die Bezirksliga

Nach zwei Jahren in der Bezirksklasse ist den Schachfreunden Brand der Wiederaufstieg ins Aachener Oberhaus gelungen. Die Bezirksliga ist eigentlich der Ort, an dem jeder Verein, der etwas auf sich hält, mit einer Mannschaft vertreten sein sollte (sofern er nicht in noch höheren Regionen vertreten ist). Und so freut es alle Spieler des Vereins, dass ihr Flaggschiff num wieder im Aachener Schachverband an prominentem Ort Flagge zeigt. Eigentlich war der Aufstieg schon letztes Jahr ins Auge gefasst worden, aber es fehlte damals doch das Quäntchen Glück, das auch Profis und Halbprofis gelegentlich benötigen, um auf dem Siegertreppchen zu stehen. Der Auftritt der 1. Mannschaft in der letzten Saison war überzeugend. Mit 8 Siegen und einem Remis wurde das Turnier, das von September bis Mai dauerte, absolviert. Niederlagen? Keine! Der Zweitplatzierte, DJK Aufwärts Aachen, folgte mit 6 Siegen, 1 Remis und 2 Niederlagen deutlich hinter den Brandern. So dass man sagen kann: In dieser Saison war die Brander Erstvertretung tatsächlich eine Klasse für sich, was den Vorstand mit Hoffnung für eine gute kommende Saison erfüllt.

Hier die Abschlußtabelle nach dem letzten Spieltag am 20. Mai 2017:

Pos. Verein Brettpunkte Punkte
1. SF Brand I 166.0 17-1
2. DJK Aufwärts Aachen VI 157.0 13-5
3. SV Würselen III 146.0 11-7
4. SC Kalterherberg I 151.0 10-8
5. SVG Alsdorf II 142.0 9-9
6. Aachener SG I 139.0 9-9
7. Stolberger SV I 134.0 7-11
8. Eschweiler SC II 130.0 6-12
9. DJK Arm. Eilendorf II 134.0 5-13
10. SC Tigerli PP Aachen I 125.0 3-15

Wie wacker sich die Erste geschlagen hat, sieht man an nachfolgender Tabelle. Sie gehörte zwar mit zu den Favoriten, aber sie war nicht der Favorit. Dann gab es da auch noch einige Pflichtsiege wie etwa gegen Eschweiler. Aber auch die können manchmal Stolpersteine sein, bei denen man dann unnötigerweise einen Punkt läßt.

Verein DWZ Durchschnitt Anzahl Spieler
SC Kalterherberg I 1792 10
SF Brand I 1794 12
SC Tigerli PP Aachen I 1619 14
Aachener SG I 1594 12
Stolberger SV I 1689 8
SVG Alsdorf II 1632 9
DJK Arminia Eilendorf II 1671 11
SV Würselen III 1718 12
Eschweiler SC II 1436 20
DJK Aufwärts Aachen VI 1819 20

Die Siegerurkunde wird dem Verein auf der Jahreshauptversammlung des ASVb am Sonntag den 2. Juli bei der AWO in Brand überreicht.

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Bezirksklasse: Topscorer

Wer hat die Siege eingefahren?

# Name Verein DWZ Punkte Spiele %
7 Weischenberg, Jürgen SF Brand 1740-38 6.5 9 72
8 Wendland, Guido SF Brand 1921-29 6.5 9 72
9 Meissner, Thomas SF Brand 1917-61 6.0 8 75

Damit haben sich drei Brander unter den ersten 10 platziert. Es folgen:

# Name Verein DWZ Punkte Spiele %
11 Freidaldenhoven, Andreas SF Brand 1859-91 5.5 7 79
13 Koch, Peter* SF Brand 1786-64 5.5 8 69
25 Kunze, Ewald* SF Brand 1721-57 4.5 5 90
32 Schülting, David SF Brand 1756-42 4.5 8 56
52 Peters, Mathias SF Brand 1840-132 3.5 8 44

*= Die Zwei von der "Reservebank"!

David war nach eigenem Bekunden nicht ganz so zufrieden mit seiner Saison. Aber was soll es? Immerhin erkennbar über 50% geholt.

Matthias ist vermutlich mit seinen 85 Jahren der älteste Teilnehmer des Turniers. Er nahm auch wie jedes Jahr am Karfreitagsturnier teil. Dort gab es zwei Altersgruppen: Eine bis 64 und eine ab 65 Jahre. Matthias spielt natürlich in der Gruppe der sehr starken unter 65jährigen! Zitat Peters:

„Lieber in der 1. Gruppe Letzter, als Erster in der Zweiten!“

Er wurde natürlich nicht letzter.

Es folgten weiter:

# Name Verein DWZ Punkte Spiele %
59 Offermanns, Robert SF Brand 1638-89 3.0 8 38
83 Kadric, Fahrudin SF Brand 1773-63 1.5 2 75

Fahrudin konnte wie so manch anderer in der 2. Mannschaft berufsbedingt nicht öfters spielen.

Insgesamt waren in dieser Spielklasse 129 Akteure gemeldet.

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Klassenerhalt 2. Mannschaft

Januar in Kalterherberg!

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Deshalb: Spielverlegung auf den 20. Mai, an den sich die Brander erste und zweite sicher immer wieder gerne erinnern werden und dem zumindest für die zweite Mannschaft ein Platz in der Vereinschronik gebührt.

Drei Siege, der letzte wurde in letzter Minute in Kalterherberg unter dramatisch zu nennenden Umstände am 20. Mai errungen, reichten für Platz 8 in der Abschlußtabelle des ASVb. Angesichts des Klassenerhalts kann man die sechs Niederlagen vergessen. Ende gut, alles gut.

Ausgerechnet gegen den durchaus machbaren Gegner Kalterherberg fehlten dem MF Frank Redeker wieder Spieler seiner Stammbesetzung und die dritte Mannschaft, sozusagen die verlängerte Reservebank, hatte ebenfalls personelle Probleme.

So bestand die Gefahr, daß die Verstärkung der Zweiten – mit ungewissem Ausgang – durch Spieler der Dritten dieser eventuell den Aufstieg kosten könnte. Der Super Gau wäre also gewesen: Die zweite wird verstärkt mit Spielern der Dritten und verliert trotzdem. Und die Dritte bekommt dadurch bedingt die vier Bretter nicht besetzt und verliert bei einem Remis, da ein unbesetztes Brett quasi mit einem Strafpunkt belegt wird und verliert in letzter Minute die bereits sichere Meisterschaft der 2. Kreisklasse. Aber aus der regen E-Mail-korrespondenz, die so gegen 21h einsetzte, war zu entnehmen, daß an diesem besagten Samstag Fortuna ihr Füllhorn über die Brander ausgoß.

MF der Dritten an Jugendwart 20. 05. 2017, 21h09:

Hallo David!

Wir haben es gepackt! Fernando stand total auf Gewinn, hat dann aber mannschaftsdienlich remis angeboten. Damit war die Sache gegessen. Brett 4 hatte ich freigelassen. (Diedrich wurde hier eingesetzt) Baesweiler hatte dort einen Russen eingesetzt (Überraschung). Der Mann schien ganz gut gewesen zu sein. Jedenfalls hat er in einer anschließenden Partie unserem Ghazi noch gezeigt wie Schach gespielt wird---

LG Dieter

Antwort JW David Schülting 21.05, morgens um 4h12:

Glückwunsch zum Sieg und Glückwunsch zum Aufstieg!! Da ist ja alles noch mal gut gegangen. Natürlich auch gut von dir, dass du die Mannschaftsaufstellung spontan an diesen Russen angepasst hast! Wann wart ihr denn eigentlich wieder in Brand? Wir haben uns mit der 1. nach dem Spiel noch zum Essen getroffen. Wollten euch und möglichst viele noch dazu holen. Aber du hast kein Handy, oder?

Gruß David

Robert Offermanns Vors., Sonntag, 21.05. um 11h31:

Hallo Dieter Herzlichen Glückwunsch zum Meistertitel und zum Aufstieg der dritten Mannschaft.

Gruß Robert

Frank Redeker E-Mail (an fast alle), Sonntag, 21. Mai, 21h14:

Hallo Zweite! mit viel Glück haben wir die Klasse gehalten. Wider Erwarten hat Stolberg noch einmal gewonnen und uns damit aller Probleme entledigt. Mein Dank gilt an Dieter und an die Dritte, die uns Jan Richter zur Verfügung gestellt haben. Damit war der Aufstieg der Dritten gefährdet!
Doch die Dritte hat sich durchgesetzt und den Aufstieg geschafft. Vielen Dank an Jan und herzlichen Glückwunsch an die Dritte!

Auch die Erste hat den Aufstieg in die Bezirksliga erreicht. Hier auch meine Glückwünsche. Der letzte Spieltag ist wieder Vorbereitung für den nächsten Spieltag. Für die nächste Saison müssen wir überlegen, wie wir die Mannschaftskader aufstellen. Hier möchte ich Euch bitten, Euch einzubringen und kurz Eure Verfügbarkeit und Bereitschaft zu melden bzw. Wünsche/Anmerkungen zur eigenen Person zu machen.

Bis dann, weiter schönen Urlaub bzw. schönes Wochenende!

Lieben Gruß Frank

Wilbert Lamby 21.05., 13h53:

Hallo, Glückspilze

Dieser "Nichtabstieg" muss in die Annalen des Vereins aufgenommen werden.

WL

Rainer Léon, Montag 22.Mai, 06h51:

Hallo IHR!

Sowas nennt man Glück. Es war spannend bis zur letzten Partie. Wichtig ist dass unser Sieg keine Auswirkungen auf die 3. Mannschaft hatte. Ich gratuliere den Aufsteigern. Ich habe mir nicht vorstellen können, dass Stolberg uns unterstützen kann.

Beste Grüße Rainer

Soweit also der elektronische Nachhall.

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Kreisliga: Nachlese

Wer holte die Brettpunkte?

# Name Verein DWZ Punkte Spiele %
30 Adelt, Hardy SF Brand 1568 4.0 9 44
36 Lamby, Wilbert SF Brand 1546 3.5 6 58
45 Stettner, Michael SF Brand 1765 3.0 3 100
51 von der Weiden, Jörg SF Brand 1453 3.0 7 43
61 Lukac, Sasa SF Brand 1663 2.5 6 42
76 Wirths, Rolf SF Brand 1282 2.0 4 50
79 Leon, Rainer SF Brand 1365 2.0 7 29
83 Bernd, Dieter SF Brand 1421 1.5 2 75
92 von Agris, Johannes SF Brand 1256 1.5 5 30
93 Redeker, Frank SF Brand 1283 1.5 7 21
120 Vierhaus, Stephan SF Brand 1474 1.0 7 14
137 Krueger, Walter SF Brand 1144 0.5 3 17
146 Richter, Jan SF Brand 1096 0.0 1 0

In der Kreisliga waren insgesamt 160 Spieler gemeldet.

Am Last-Minute-Klassenerhalt waren beteiligt:

SC Kalterherberg II : SF Brand II 14 - 16
Jakobs, H - Adelt 0-3
Nordt. - von der Weiden, J 2-2
Roder - Leon 0-3
Pfeiffer - Dr. Redeker 3-1
Krings, L - Kroll 2-2
Lauckner. - von Agris 2-2
Czymay - Krüger 2-2
Davosir-Kirch. - Richter 3-1

Walter Krüger holte in drei Spielen 0.5 Punkte. Diesen Halben aber holte er im alles entscheidenden Spiel.

Jan Richter hat mit seiner Anwesenheit ebenfalls einen wichtigen Punkt zum Erfolg beigetragen. Diesmal galt nicht nur aber auch: Dabei sein ist (fast) alles. Die Kalterherberger hatten trotz Heimvorteil zwei unbesetzte Bretter.

Ein Stammspieler, Abid Nesic, konnte aus beruflichen Gründen die gesamte Saison nicht spielen. Hätte er der Mannschaft des Öfteren zur Verfügung gestanden, wäre es vermutlich nicht so eng im Ergebnis geworden.

Michael Stettner: Drei Spiele drei Siege! Ohne Training und ohne Spielpraxis ist er einfach `ne Bank oder vielleicht sogar ein schachspielendes Naturphänomen. Denn solche Ergebnisse liefert er Saison um Saison ab – wenn er denn Zeit hat zum Mitspielen. Ein strammer Mannschafts- und Vereinssoldat darf wohl Hardy Adelt genannt werden. Er war als Einziger der Mannschaft an allen Terminen präsent und holte so auch die meisten Brettpunkte. Dennoch wird man aber konstatieren müssen, daß die Saison für die meisten Schachfreunde in der 2. Mannschaft eher etwas durchwachsen bis frustrierend gewesen sein dürfte; blieben doch einige deutlich unter 50% und damit vermutlich auch erkennbar unter ihren eignen Möglichkeiten (hat man schon mal, steckt man nicht drin…).

Am 16. September wird Fortuna die Roulettkugel wieder in den Kessel werfen. Dann dürfen wir wieder gespannt sein, wie es in den dann folgenden 8 Monaten laufen wird für die Brander. Vermutlich wird auf der Hauptversammlung die Devise lauten: Stellung halten an allen Fronten.

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Neue Homepage

Die Schachfreunde haben seit ein paar Wochen eine neu gestaltete Homepage. Der Unterschied zur vorherigen: Jeder kann Mitteilungen, Kommentare, Anregungen etc. direkt selber auf die Seite schreiben.

Turnierergebnisse können so direkt schon aus dem Turniersaal per Handy auf die Homepage geschrieben werden. Zudem gibt es immer wieder neue Taktikaufgaben dort zu lösen.

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Jemand, der sehr intensive Gebrauch von den neuen Möglichkeiten macht, ist der Jugendwart David Schülting. So ziemlich alles, was rund ums Jugendtraining geschieht, erscheint auf der „Jugendseite“ des Vereins. Texte als auch Fotos werden dort für jedermann zugänglich ins Netz gestellt und das immer ziemlich zeitnah.

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Überlegt wurde auch schon, ob man nicht die Vereinszeitung brander schach dort veröffentlichen sollte, so zusagen als Onlineausgabe. (Sowas hat die FAZ ja auch!)

Entwickelt und gestaltet wurde der neue Internetauftritt von Jürgen Weischenberg. An ihn darf man sich auch wenden, wenn man Fragen zur Handhabung der Seite hat.

Es ist zudem auch die Erste Seite der Schachfreunde Brand auf der man sein Gefallen oder auch Mißfallen kundtun kann, auf Neudeutsch: „liken“.

Aber hier noch mal gerne in der Wiederholung:

Die neue Seite der SF Brand ist keine Seite zum reinen Anstaunen, sondern tatsächlich eine zum Mitmachen und Mitgestalten. Erst dadurch wird sie lebendig!

Sollten die lieben Leser und Leserinnen unseres Blättchens Anregungen zum Spielbetrieb haben oder etwas zum Archiv beitragen wollen (Texte, Fotos) so besteht hier die Möglichkeit.

Gerne erklärt Jürgen, wie man sich auf der neuen Webseite einbringen kann.

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Titanen des Schachs

Aufstieg der dritten Mannschaft

In einem nahezu unvergleichlichen Siegeslauf stürmte die Dritte Mannschaft der Schachfreunde Brand an die Tabellenspitze der 2. Kreisklasse. Acht Spiele, sieben Siege. Ja! Und leider, wir müssen es trotz alledem erwähnen, ein Remis gegen Kalterherberg. Das ist das Ergebnis dieser Saison. Der Mannschaftsführer und seine Mitstreiter waren sich am Ende einig: Es war Schachspielen im Sanatorium. Für jeden, der sich in den oberen Etagen schwer gebeutelt einmal eine Auszeit nehmen möchte, hier in der Dritten ist er goldrichtig. Hier winkt Heilung seiner Wunden. Unbeschwertes Aufspielen und sich über Eroffnungsfehler während des Spiels keine grauen Haare wachsen lassen. Alles wird gut. Und denen, die schon graue Haare haben, denen sei gesagt, hier unten habt ihr euch die bestimmt nicht geholt.

Das einzige Mal, wo es hätte eng werden können, war am letzten Spieltag, als Jan Stickelmann verhindert war und Jan Richter in der Zweiten aushelfen mußte. So fuhren die Brander dann lediglich mit zwei Stammspielern und einem Reservisten (Fernando Korinth) nach Baesweiler. Die gegnerische Mannschaft trat komplett an und das bedeutete: ein Mannschafsremis wäre trotzdem, aufgrund der Regel mit den freigelassenen Brettern, ein 0 : 2 für den Gegner gewesen. Aber zum Glück kam alles anders. Und da das Glück bekanntlich mit den Tüchtigen ist, hieß es zum Schluß: Ende gut, alles gut.

Die Meisterurkunde wurde dem Mannschaitsführer (MF) auf der Jahreshauptversammlung des ASVb überreicht. Nun ist es sicher für die Schachjugend sehr löblich, um den Titel erfolgreich gekämpft zu haben. Aber den beiden Senioren der Mannschaft (Bernd und Kallas) stand doch das Grinsen im Gesicht, als sie sich nun als Meister der Pampersliga sahen. Bei allem Respekt vor der Schachjugend des ASVb, manchmal hatte man doch schon ein schlechtes Gewissen, wenn man sah oder doch erahnte, daß man nicht Gegner sondern Opfer als Kontrahenten hatte.Trotzdem hätte eines der Opfer, Alva Lahfeld (Herzogenrath), einen der Senioren beinahe an Brett drei aufs Kreuz gelegt. Mit einem ganzen Turm weniger rettete sich Ghazi insRemis. Und auch an Brett 4, Jan Stickelmann, sah es vorübergehend so aus, als würde unser Mann gegen sich selbst spielen; als habe er allen Ernstes vor, sich selbst zu besiegen. Man kommt eben auf blöde Gedanken, wenn man nicht gefordert wird.

Und hier nun die Titanenliste:

Brett 1: Dieter Bernd
Brett 1: Jan Richter (16 J.)
Brett 1: Ghazi Kallas
Brett 1: Jan Stickelmann (17 J.)
Reserve: Fernando Korinth (14 J.)

Und zu guter Letzt war da noch der Russe, der uns hätte gefährlich werden können. Er war der Überraschungsgast in Baesweiler. Den hatten die Baesweiler wohl in der Saison nachgemeldet, und den hatte MF Bernd nicht auf seiner Liste. Aber zum Glück leuchtet dem Erfahrenen beim Stichwort Russe immer gleich die rote Warnleuchte auf. So durfte sich der Mann aus dem Reich des Bösen¹ 😉 mit sich selbst vergnügen. Heißt: Brett 4 wurde freigelassen und Fernando, eigentlich für Platz 4 vorgesehen, spielte eine Stufe höher.

Da nun aber die folgenden Zeilen für unser Blatt noch gefüllt werden müssen, wollen wir noch kurz die Frage beantworten: Woher wußtest Du denn eigentlich bzw. der Fliegende Reporter (FR), daß das ein Russe war? Ganz einfach: Wir haben ihn kurzerhand zum Russen erklärt. Russe klingt im Schach immer gefährlich und das Reich des Bösen umgibt ihn natürlich mit einer Aura des Bedrohlichen. Als der MF den Namen laß: "Brett4: Bamburov", sah er fast schon das Fell des Bären, den es zu erlegen galt, davon schwimmen. Zu guter Letzt sprach der Mann mit Ghazi Kallas sogar noch gebrochen Deutsch, so daß der Berichterstatter sich in seinen Vermutungen nur noch umso mehr bestätigt fühlte. Als er dann aber auch noch sah, wie Bamburov in einer anschließenden Spaßpartie gegen Ghazi auf dem Brett agierte, war selbst einem Blinden klar: So spielen nur Russen. Gut, daß wir das Brett freigelassen hatten. Es hätte uns im Nachhinein noch die ganze Saison versauen können. Soweit also die Abenteuer der Dritten Mannschaft in der abgelaufenen Saison.

Erfolg trägt sich bekanntlich selbst und zieht magisch Leute an, die künftig mit auf der Welle surfen wollen. Und so nimmt es nicht Wunder, daß der MF schon einige Bewerbungen auf dem Tisch liegen hat. Genaugenommen sind es so viele, daß wir jedes der sechs Bretter, die es in der kommenden Saison zu besetzen gilt, doppelt besetzen könnten. Aber Vorsicht! DerSpaß könnte in der 1. Kreisklasse nicht ganz so deftig ausfallen, wie zuvor in der Zweiten. Nach derzeitiger Kaffeesatzleserei liegt das durchschnittliche Kampfgewicht unserer künftigen Gegner bei etwa 1400 DWZ. Das liest sich für die Bezirksligisten vermutlich so, als tauschten wir die Pampersliga lediglich mit der Optimistenklasse. Der FR warnt aber vorsorglich vor allzuviel Optimismus, denn die Dritte wird um 150 DWZ unter dem Schnitt ihrer Gegner liegen. Und das bedeutet: Sie wird um jeden Brettpunkt kämpfen müssen, um am Ende die Klasse zu halten. Denn sollten wir uns am Ende doch in der zweiten Klasse wiedersehen--. Der Spielzeugkasten hat weitaus mehr Emojis im Repertoire als bisher gezeigt. Hier eine kleine Auswahl:

😜 🤔 😭

Oder wenn es am Ende heißt: Hochmut kommt vor dem Fall:

😤 -- zu hoch gepokert! Maul zu voll genommen?

¹ Emoji: Wir haben in den Redaktionsräumen lange diskutiert, ob wir erstmals auch Emojis im Blatt verwenden sollten. Letztendlich waren wir jedoch der Meinung, solche Art von Gefühlsartikulation passe durchaus zur Liga, in der hier gespielt wird.

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Club de Ajedrez Plaza de Arma

Urlaubsimpressionen

Vermutlich ist der Schachclub von der Plaza de Arma (dem Waffenplatz) in Santiago de Chile der einzige reine Freiluftschachclub. Egal an welchem Tag und bei welchem Wetter (zumeist scheint die Sonne): Ab Mittag werden dutzende Bretter aufgebaut, die auch schon recht bald mit Spielern besetzt sind. Beliebteste Spielart - wen wundert's - Blitzschach. Und, auch wenn man des Spanischen nicht so ganz mächtig ist, die entsprechenden ironischen, sarkastischen bis "gutmeinenden" Kommentare und Empfehlungen zu den abgegebenen Zügen gehören auch hier natürlich dazu - man kann ihre Inhalte an der Mimik der Spieler erraten.

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Rundum die Szene: Musikpavillon mit deutschen Evergreens, Reiterstaffeln der Carabineros, die vom Springer (äh, Pferd) aus sich die ein oder andere Spielsequenz anschauen, jede Menge Volk und auch Prediger, die lauthals ins Mikrofon ihre christliche Heilsbotschaft unter's disorientierte Volk tönen. So gesehen ist es also Schachspielen unter erschwerten Bedingungen. Hinzu kommen ja noch der lebhafte Autoverkehr der Millionenstadt und die überfüllten Busse, die alle Nase nach ihre Fracht hier ausspucken. Dennoch liegt der Platz recht pikturesk unter hohen Parkbäumen.

Interessant war, daß es Schachuhren offenbar nur gegen die Entrichtung eines Pfands gab, zu entrichten bei einem Turnierleiter. Deshalb übten sich die meisten in Blitzschach ohne Uhr. Es wurde also recht zügig gezogen. Passanten waren natürlich auch willkommen.

Gespielt wurde bis weit in den Abend hinein, also bei Straßenlaternenbeleuchtung.

Bild Für den einen ist Schach Musik, für den anderen vielleicht ein Gemälde, für mich aber ist Schach eine Poesie des Kampfes, des Intellekts und des Willens (Pablo Neruda, Literaturnobelpreisträger)

Bild Ein Teil der Spielecke auf der Plaza

Bild Ein Troubadour singt auf der Plaza die traurige Ballade von der verpatzten Eröffnung

Bild Plaza de Arma am Abend: Das quirlige Zentrum der Stadt mit einer der ältesten Kathedralen Amerikas sowie dem Nationalmuseum

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Redaktion: Dr. Dieter Bernd
Beiträge in Wort und Bild erbeten an: d_bernd@t-online.de

Das Mitteilungsblatt der Schachfreunde Brand erscheint vierteljährlich.

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